Auftritt EWB Baumpflanzaktion im Schwandtenbuch, Riffenmatt
Jodlermesse Kreuzboden-Hohsaas, Wallis
Zur grossen Überraschung aller hing dieses Plakat in Saas-Grund an der Talstation.
An der Jodlermesse
Der Jodlerklub vor der Mischabelgruppe v.l.n.r. Allalinhorn ( 4027m ), Alphubel ( 4206m ), Täschhorn ( 4490m ), Dom ( 4545m ), Lenzspitze (4294m ) und Nadelhorn ( 4327m ).
Der Priester versucht sich am Alphorn, beobachtet vom belgischen Alphornbläser Luc Peeters und unseren Jodlerinnen.
Der Klub in Begleitung unserer Gastgeber, Frau Annetraud Bregy, Bergbahnen Hohsaas und Herr Christian Venetz, Präsident Jodlerklub Grubenalp, Saas-Balen.
Vor dem Bergrestaurant Kreuzboden.
Auf Kreuzboden, im Hintergrund links das Fletschhorn (3993m) und rechts das Lagginhorn (4010m).
Wunderbare Aussicht auf die Mischabel.
Das Seeli auf Kreuzboden bleibt uns in bester Errinnerung.
Rüschegg: Verkleidete Personen ziehen eine gefällte Tanne rund um die Gemeinde und versteigern sie dann. Was seltsam klingt, ist der 100-jährige Brauch Tannecharete und ein grosses Volksfest.
Wenn mitten in Rüschegg eine alte Frau einen jungen Mann in einem Korb herumträgt und ein mannsgrosser Affe durchs Dorf springt, rennen die Bewohner nicht etwa weg. Im Gegenteil : Sie gehen auf die Strasse,
auf die Balkone, laufen der Frau und dem Affen sogar nach. Denn es ist wieder Tannecharete, ein Rüschegger Brauch, der schon seit 100 Jahren hochgehalten wird.
Gestern zauberte dieser Brauch zum neunten Mal eine märchenhafte Welt rund um Rüschegg.
Jodler statt Junggesellen
1911 fand die erste Tannecharete statt. Damals noch im Winter, denn die Charete war ursprünglich ein Fasnachtsbrauch von ledigen Männern. Mancher der gestern Teilnehmenden wünschte sich heimlich vielleicht einen kalten Wintertag herbei-
vor allem jenen in Tracht, Uniform oder Kostüm machte der heisse Herbsttag zu schaffen.
Es gehört zur Tannecharete, dass sie von zehn merkwürdig kostümierten Gestalten begleitet wird. im Mittelpunkt aber steht eine Tanne, die durch die Rüschegger Ortschaften Heubach, Hirschhorn, Gambach und Graben gcharet wird.
Zum Schluss kann man sie ersteigern. Über 30 Meter lang ist die heurige von der Burgergemeinde spendierte Rottanne; das entspricht 7 Kubikmeter Holz. " Aber das Stück auf dem Karren ist nur 10,5 Meter lang.
Ansonsten würden wir es damit nicht um die scharfen Rüschegger Kurven schaffen", erklährt Alfred Zahnd. Er ist Präsident des Jodlerklubs Rüschegg, der den Anlass seit 1948 organisiert, seit 1961 im Zehnjahresrythmus.
Während früher Junggesellen die Tanne zogen, werden jetzt die 13 Frauen und Männer des Jodlerchors vor den Karren gespannt, gemeinsam mit 5 Pferden. Auf diese ist man in Rüschegg besonders stolz.
" Auch in anderen Gemeinden gibt es die Charete. Aber nur bei uns sind noch Pferde insolviert " sagt der als Briefträger verkleidete Paul Hostettler. " Wir messen Traditionen besonders viel Wert bei."
Tatsächlich bezeugen alte Fotos, wie stark der Umzug 2011 jenem von 1911 ähnelt.
Todesschuss am Volksfest
Um 13 Uhr startet der fröhliche Tross bei der Stahlenmoosbrücke in Heubach. Voran marschiert ein Reiterpaar, dann die Musikgesellschaft Rüschegg, ihr hinterher schreiten die eingespannten Jodler und Pferde mit der Tanne.
Es folgen Trachtenmädchen, Losverkäuferinnen und Pferdegespanne. Beim Restaurant Pfadern in Heubach hält der Trupp zum ersten Mal, und Musikgesellschaft und Jodlerklub geben ein paar Lieder zum Besten.
Ein richtiges Volksfest , so scheint es. Doch dann : ein Schuss. Die Menge schreckt zusammen. Auf der Wiese gegenüber des Restaurants hat ein Jäger einen Bären erschossen.
Natürlich handelt es sich dabei um ein Schauspiel der Tannecharete-Figuren. Ein " Doktor " eilt zum am Boden liegenden Tier und flösst ihm Medizin ein. Der "Bär " erwacht. Noch dreimal wird er an diesem Nachmittag erschossen .
in Hirschhorn, Gambach und Rüschegg-Graben, wo der Umzug jeweils hält, um bei den Wirtschaften zu musizieren und zu feiern. Im Graben wird die weit gereiste Tanne nach vier Stunden Fahrt versteigert.
Heuer erhält der Jodlerklub dafür 1270 Franken von einem einheimischen Forstwart. Wer unterlag, muss sich gedulden : Die nächste Auktion findet erst in zehn Jahren statt.
Annatina Foppa
(1) Das Reiterpaar bildet die Spitze des Umzuges
(2) Die Rüscheggmusig an zweiter Stelle
(3) Erster Halt vor der Pfadern
(4) Die Züger mit den Figuren
(5) Bereit zur ersten Jagd
(6) Bär tot
(7) Bär lebt wieder
(8) Der Wagen der Ehrengäste
(9) Der Rüschegger Förster mit Freundin als Ehrengast
(10) Komische Gesellschaft
(11) Die Tannecharete vor den Angelcheren
(12) Die Züger mit der Tanne in den Angelcheren
(13) Dr aut Maa, Plätzlimaa und dr Dokter in den Angelcheren
(14) Plätzlimaa und Hanswurst beim Örgelen
(15) Gemütliches Zusammensitzen
(16) Das Pferdegespann unterhalb Hirschhorn
(17) Die Tannecharete bei der Einfahrt in Hirschhorn
(18) Stimmungsbild in Hirschhorn
(19) Affenverpflegung
(20) Hanswurscht, Plätzlimaa und d`Huttefrou
(21) Dr Fuu Hunn auf der Tanne
(22) Hanswurscht und Plätzlimaa beim Musizieren
(23) Die Rüscheggmusig vor dem "David"
(24) Der Jeger im Anschlag
(25) Bär angeschossen
(26) Der Bär lebt wieder
(27) Dr Brieftreger
(28) Die Tannecharete vor dem Rest. Kreuzstrasse in Gambach
(29) Der Jodlerklub in Gambach
(30) Die Charete beim Verlassen von Gambach
(31) Brieftreger und dr aut Maa
(32) Dr aut Maa
(33) Beim Fall werden die Züger hinten an der Tanne angebunden
(34) Beim Einmarsch in die Kräjerenflühe
(35) Die Rüscheggmusig beim Einmarsch in den Rüschegg-Graben
(36) Jäger und Bär vor dem Bären im Rüschegg-Graben
(37) Letzte Hilfe für den Bären
(38) Ein schönes Trio
(39) Nationalrat Andreas Aebi in Erwartung seiner Aufgabe
(40) Aebi Res beim Versteigern der Tanne
(41) Die staunende Menge
(42) Der glückliche Ersteigerer
(43) Die ganze Tanne
Fotos : René + Elisabeth Bühler Nr. 1, 2, 8, 10-12, 15, 17, 20-29, 32, 38, 40, 41